Evaluationsbericht 2018 - Bedarfserhebung


Fachinformationsdienst (FID) Soziologie

Vorbemerkungen


Die Universitäts- und Stadtbibliothek Köln baut gemeinsam mit GESIS - Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften ein Informationsportal für die deutschsprachige Soziologie auf. Mit dem Fachinformationsdienst (FID) Soziologie wird ein Serviceangebot geschaffen, das einen zentralen Einstieg in die Literatur- und Informationssuche bietet und die Forschungskommunikation für die Fachcommunity unterstützt.

Um auch weiterhin und über einen möglichst langen Zeitraum ein maßgeschneidertes Tool bereitzustellen, das dem aktuellen Bedarf der soziologischen Fachcommunity im Bereich Informationsversorgung und Forschungskommunikation entspricht, gilt es ebendiesen regelmäßig zu eruieren. Eine Analyse des aktuellen soziologischen Forschungsgeschehens, umfassende Recherchen durch die USB Köln sowie zahlreiche Rückmeldungen aus der Fachcommunity verwiesen auf vier zentrale Bereiche der Informationsversorgung bzw. Forschungskommunikation, deren konkrete Bedarfssituation es zu identifizieren gilt: 1) Literaturversorgung, 2) das gemeinsame Verfassen von Publikationen, 3) Forschungsdatenmanagement und 4) empirische Daten. 

Die Ergebnisse der Erhebung bestätigen einen konkreten Bedarf der Community in drei der vier benannten Bereiche. Im Kontext der Literaturversorgung berichten die befragten Personen von Hindernissen in der Literaturversorgung, u. a. einer unzureichenden Verfügbarkeit frei zugänglicher Volltexte (Open Access) sowohl am eigenen Standort als auch standortunabhängig. Im Bereich des gemeinsamen Verfassens von Publikationen konnten keine konkreten Bedarfe identifiziert werden. Bezogen auf den Gesamtprozess des Forschungsdatenmanagements fehlt es – so die Befragten – allgemein an Informationen aber auch an spezifischen Informationen über geeignete Angebote zur Archivierung eigener Forschungsdaten. Hinsichtlich empirischer Daten, die den Forschenden als wesentliche Informationsquelle für die eigene Tätigkeit dienen, konnten gerade bei Recherche und Zugriff auf Daten multiple Hürden festgestellt werden.

An der Bedarfserhebung – die in Form einer Online-Umfrage umgesetzt wurde – nahmen innerhalb des Befragungszeitraums (22.01.-07.02.2018) 935 Personen teil, 76% der Teilnehmer/innen haben diese komplett ausgefüllt[1].

Der vorliegende Bericht[2] fasst die Ergebnisse der Bedarfserhebung des Fachinformationsdienstes (FID) Soziologie zusammen.


[1] Die bei Erstantragstellung 2015 vorliegende Bedarfserhebung wies einen Rücklauf von 87,7% sowie 292 Rückmeldungen auf.

[2] vgl. Standards für Evaluation. DeGEval – Gesellschaft für Evaluation (2016) https://www.degeval.org/degeval-standards/standards-fuer-evaluation/ (Abgerufen am 11.04.2018)

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Methodisches Vorgehen


Der Fragebogen wurde in enger Kooperation mit dem wissenschaftlichen Fachbeirat des FID Soziologie erarbeitet. Die Ergebnisse der Umfrage dienen als Basis für die inhaltliche Ausgestaltung des DFG-Fortsetzungsantrages des FID Soziologie. Die zuvor eruierten vier Bereiche (Literaturversorgung, gemeinsames Publizieren, Forschungsdatenmanagement und empirische Daten) spiegeln sich ebenfalls in der Struktur des Erhebungsinstruments wieder.

Die Antwortformate innerhalb der Frageblöcke variieren je nach intendierter Differenziertheit. Geschlossene Fragen, mit vorgegebenen Antwortkategorien, dienen zur ersten Einschätzung z.B. ob ein bestimmtes Merkmal generell vorliegt oder ob eine Einstellung (z.B. zufrieden sein oder etwas als hilfreich zu bewerten) existiert, letzteres wird über eine 4-stufige Likert-Skala[3] abgebildet. Halb-geschlossene Antwortformate ermöglichen es den Teilnehmenden der Erhebung, die vorgegebenen Antwortoptionen zusätzlich mit eigenen Nennungen zu ergänzen. Über die enthaltenen offenen Fragestellungen wurden den Befragten keine Antworten oder Teilantworten vorgegeben, um ihnen das Antworten innerhalb des eigenen Referenzsystems zu ermöglichen[4]. Infolgedessen konnten Aspekte, die bei der Fragebogenerstellung zunächst nicht berücksichtigt wurden, aber für die Gestaltung des zukünftigen FID Soziologie Angebots von zentraler Bedeutung waren, identifiziert und ebenfalls berücksichtigt werden.

Die Bedarfserhebung wurde mithilfe der Umfragesoftware Unipark[5] umgesetzt und stand der soziologischen Community vom 22. Januar bis zum 7. Februar 2018 zur Verfügung. Das Format einer Online-Umfrage wurde bewusst gewählt, um möglichst viele Mitglieder der soziologischen Fachcommunity zu erreichen.

Die Distribution der Bedarfserhebung erfolgte über drei verschiedene Wege – über die Institutsleitungen von 81 soziologischen Instituten an deutschen Universitäten/wissenschaftlichen Hochschulen bzw. außeruniversitären Einrichtungen, über die Webseite bzw. den Mailverteiler der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (DGS)[6] sowie innerhalb der 36 DGS-Sektionen[7]. Neben der Einladung zur Teilnahme sowie dem Umfrage-Link wurde eine differenzierte Erläuterung zu Intention und Nutzen der Befragung bereitgestellt.

Die in der Umfrage gewonnenen Daten wurden nach den gesetzlichen Datenschutzbestimmungen erfasst und vertraulich behandelt. Die Befragung erfolgte in anonymisierter Form. Einzeldaten werden nur in statistisch zusammengefasster Form dargestellt.

Die Auswertung der Daten erfolgte deskriptiv mit der Statistik- und Analysesoftware IBM SPSS Statistics.

Die Abschnitte der Ergebnisdarstellung umfassen nach einer kurzen Benennung der behandelten Teilaspekte die Ergebnisse zu den zugehörigen Fragen des Fragebogens[8]. Die Ergebnisdarstellung erfolgt in der Regel in Form eines Diagramms[9] (meist geschlossene Fragen) oder einer Tabelle (offene/halb-geschlossene Antwortformate). Gibt es bei einer offenen/halb-geschlossenen Frage nur wenige Einzelnennungen, erfolgt eine Ergebnisdarstellung in Textform.

Reduktionen der Stichprobengröße bei einzelnen Frageblöcken sind – abgesehen von „normalen“ Missingwerten – auf das Untersuchungsdesign (Einsatz von Filterfunktionen) zurückzuführen. Individuelle Antworten aus offenen/teil-geschlossenen Antwortformaten wurden zunächst Kategorisierung und im Anschluss kodiert[10], um ein quantitatives Auswertungsverfahren für alle Merkmalsausprägungen der Erhebung zu ermöglichen.

Die mit  „n=“ gekennzeichneten Zahlenwerte geben die Anzahl der Befragten an, welche die jeweilige Frage insgesamt beantwortet haben. Mit dem Begriff „Nennung“ wir eine einzelne Antwort eines/einer Teilnehmer/in umschrieben, dieser Begriff kann somit synonym mit ‚einem/r Befragten‘ verstanden werden, der diese eine Antwort gegeben hat.

Die genannten Prozentangaben beziehen sich, sofern nicht ausdrücklich darauf hingewiesen wird, auf die Gesamtzahl der Befragten, die diese jeweilige Antwort gegeben haben. Um ein möglichst differenziertes Bild vom Bedarf der soziologischen Community zu erheben, sind bei einem Teil der Fragen Mehrfachantworten möglich. Geben Teilnehmer/innen mehrere Antworten auf eine Frage, steigt die Gesamtprozentzahl der Antworten entsprechend auf über 100%. Bei Auswertung und Interpretation gilt es darüber hinaus die Anzahl der gegebenen Antworten in Relation zur Gesamtstichprobe zu berücksichtigen.


[3] Likert-Skala = Verfahren zur Messung persönlicher Einstellungen.

[4] vgl. Schnell et al. 1999, S.309.

[5] www.unipark.de

[6] Mitgliederzahl laut Angaben der Geschäftsstelle der Deutschen Gesellschaft für Soziologie (Stand April 2018): 3159 Mitglieder.

[7] (http://www.soziologie.de/sektionen/) Eine Sektionsmitgliedschaft ist nicht unmittelbar mit einer DGS-Mitgliedschaft verbunden.

[8] Die detaillierten Häufigkeitsauszählungen können bei Bedarf angefordert werden.

[9] Das Maximum der Achsenintervalle einzelner Diagramme variiert, um das jeweilige Ergebnis detailliert und übersichtlich abzubilden.

[10] Kodierung = Verfahren der Datenaufbereitung – den verschiedenen Antworten (Ausprägungen) werden Zahlenwerte zugeordnet, was eine spätere statistische Untersuchung erleichtert.

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Beschreibung der Stichprobe


Abbildung 1: Dienstort (Land)

Innerhalb des Befragungszeitraums (22. Januar-7. Februar 2018) riefen insgesamt 1272 Nutzer/innen die Startseite der Befragung auf (Gesamtsample). 935 Personen nahmen an der Umfrage teil und 711 (76% der Teilnehmer/innen) füllten diese bis zur letzten Seite aus. Der mittlere Bearbeitungszeitraum (Median) betrug 25 Minuten.

Die Mehrheit der Befragten gab an, in Deutschland zu arbeiten. Insgesamt 883 der Teilnehmer/innen gaben darüber Auskunft, in welcher Einrichtung sie tätig sind.[11] 70% (618 Nennungen) von ihnen sind an einer Universität, 17,1% (151 Nennungen) an außeruniversitären wissenschaftlichen Einrichtungen und weitere 7,2% (64 Nennungen) an einer Fachhochschule tätig. Ein geringer Anteil berichtete, an einer privaten Hochschule (1,2%, 11 Nennungen) oder in einer nicht weiter spezifizierten Einrichtung (1,1%, 10 Nennungen) angestellt zu sein. 8,9% (79 Nennungen) bestätigten, in keiner wissenschaftlichen Einrichtung zu arbeiten.

5,7% (50 Personen) sind parallel an zwei Einrichtungen tätig, dies wird durch die Angaben zur eigenen beruflichen Position (n=870, Mehrfachnennung möglich) verdeutlicht. Bekleiden 726 Teilnehmer/innen ausschließlich eine berufliche Position, so sind 144 Wissenschaftler/innen in zwei Bereichen verortet, die häufigste Kombination (93 Nennungen) sind wissenschaftliche Mitarbeiter/innen mit Qualifikationsstellen, sie haben ebenfalls die Position eines Doktoranden/einer Doktorandin inne[12]. Die Verteilung der beruflichen Positionen innerhalb der erhobenen Stichprobe gestaltet sich wie folgt:

  • Professor/in[13]: 22,9% (199 Nennungen)
  • Akademischer Mittelbau[14]: 65,1% (566 Nennungen)
  • Andere berufliche Positionen[15]: 10,2% (89 Nennungen)
  • Aktuell ohne Anstellung: 3,1% (27 Nennungen)
  • Studierende/r: 4,7% (41 Nennungen)
  • Bereits im Ruhestand[16]: 7,6% (66 Nennungen)

Neben DGS-Mitgliedern waren Mitglieder anderer Fachverbände sowie Befragte ohne eine Zugehörigkeit zu einem Fachverband vertreten.


[11] Mehrfachnennung möglich

[12] Zwei der Befragten gaben an, drei Positionen gleichzeitig zu bekleiden.

[13] Inkl. Juniorprofessuren (6 Nennungen)

[14] Bestehend aus: Wissenschaftlichen Mitarbeiter/in, Doktorand/in, Privatdozent/in, Akademischer/m Rätin/Rat, Wissenschaftliche Assistent/in.

[15] Andere berufliche Positionen setzt sich zusammen aus: Projekt-/Teamleiter/in, Wissenschaftliche/r Leiter/in, Geschäftsführer/in bzw. Direktor/in (je 9 Nennungen); Lehrbeauftragte/r (7 Nennungen); Referent/in (6 Nennungen); Angestellte/r Sachbearbeiter/in, Vertretungsprofessor/in bzw. Gastprofessor/in, Lehrkraft für besondere Aufgaben (je 5 Nennungen); Dozent/in, Freiberufliche/r Soziologe/Soziologin (je 4 Nennungen); Berater/in, Postdoktorand/in, sonst. Wissenschaftliche/r Mitarbeiter/in ( je 3 Nennungen); (Universitäts-)Lektor/in, Associate Professor, Studentische Hilfskraft (je 2 Nennungen); Redakteur/in, Regionalbeauftragte/r, Stiftungsvorstand, Akademische/r Rat/Rätin auf Zeit, Engagement Manager, Psychotherapeut/in, Verleger/in, Teamassistent/in, Datenanalyst/in, Assistent/in, Titularprofessor/in, Ausbildungscoach, PR-Manager/In (Einzelnennungen).

[16] 70,4% der im Ruhestand befindlichen Person, waren zuvor Professor/innen (emeritiert u./o. pensioniert)

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Abbildung 2: Mitgliedschaft in Fachverband bzw. Fachverbänden

174 Mitglieder (19,8%) der DGS engagieren sich in mindestens einem weiteren Fachverband, 728 Personen (82,6%) sind ausschließlich in der DGS Mitglied. 4,6% (40 Nennungen) der Befragten gehören anderen Fachverbänden an und weitere 12,8% (114 Teilnehmer/innen) verfügen über keine Mitgliedschaft in einem Fachverband.

214 Mitglieder der soziologischen Community (24,3%) gaben an, mindestens einem anderen Fachverband (als der DGS) anzugehören. Insgesamt wurden 118 verschiedene Fachverbände/ disziplinäre Vereinigungen benannt (n=198), jede/r zweite Befragte führte mindestens zwei Fachverbände auf. Die Auswertungsergebnisse zeigen, wie breit und interdisziplinär sich das Spektrum soziologischer Forschung in der Stichprobe abbildet. Exemplarisch werden Verbände mit jeweils mehr als 4 Nennungen aufgeführt[17]:

  Antworten (n) Prozent der Befragten[18] (%)

International Sociological Association (ISA)

28

14,1%

European Sociological Association (ESA)

20

10,1%

Deutschen Gesellschaft für Erziehungswissenschaft (DGfE)

18

9,1%

Deutsche Vereinigung für Politikwissenschaft (DVPW)

18

9,1%

Akademie für Soziologie (AfS)

16

8,1%

Fachgesellschaft Geschlechterstudien/Gender Studies Association(FG Gender/GSA)

14

7,1%

American Sociological Association (ASA)

12

6,1%

DGS Sektion (ohne DGS Mitgliedschaft)

10

5,1%

Schweizerische Gesellschaft für Soziologie (SGS)

8

4,0%

Deutsche Gesellschaft für Soziale Arbeit (DGSA)

6

3,0%

European Association for Population Studies (EAPS)

6

3,0%

Deutsche Gesellschaft für Demographie (DGD)

5

2,5%

Österreichische Gesellschaft für Soziologie (ÖGS)

5

2,5%

Berufsverband Deutscher Soziologinnen und Soziologen (BDS)

5

2,5%

Deutsche Gesellschaft für Gerontologie und Geriatrie (DGGG)

4

2,0%

 

Die genaue Betrachtung der Verteilung der im Rahmen eines offenen Antwortformats angegebenen Fachverbände/disziplinären Vereinigungen verweist erneut auf das breite, internationale und interdisziplinäre Gebiet soziologischer Forschungsaktivitäten. Neben den Sozialwissenschaften wurden Verbände aus folgenden Fachdisziplinen benannt:

  • Erziehungswissenschaften/Pädagogik
  • Psychologie
  • Politikwissenschaft
  • Sozial- und Kulturanthropologie
  • Religionswissenschaften
  • Kulturwissenschaften
  • Wirtschaftswissenschaften
  • Sportwissenschaften
  • Philosophie
  • Kommunikationswissenschaft
  • Soziale Arbeit
  • Kriminologie/Rechtswissenschaften
  • Gerontologie/Geriatrie
  • Medizin

[17] Übersicht Häufigkeitsverteilung: Weitere 103 Fachverbände/disziplinäre Vereinigungen mit weniger als 4 Nennungen // 12 Fachverbände/ diszipl. Vereinigungen mit je 3 Nennungen // 19 Fachverbände/ diszipl. Vereinigungen mit je 2 Nennungen // 72 Fachverbände/ diszipl. Vereinigungen Einzelnennung.

[18] Äquivalent zu „Prozent der Fälle“ (Multi Response Sets) in SPSS, Begriff zur besseren Verständlichkeit angepasst.

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Ergebnisse der Bedarfserhebung


 

​​​​​​Literaturversorgung – Fachspezifischer Spitzenbedarf

Mithilfe dieses Abschnitts der Bedarfserhebung wurde die aktuelle Situation der Literaturversorgung hinsichtlich fachspezifischer und forschungsrelevanter Fachpublikationen (Spitzenbedarf) aus Sicht der soziologischen Fachcommunity erhoben. Neben den Erfahrungen und Anforderungen bzgl. verschiedener Medientypen (eMedien und Print), dem Fernleihangebot sowie der Versorgung mit Literatur am Standort der Befragten wird das Recherche- und Nutzungsverhalten der Community[19] eruiert.

 Bedarf spezifischer Medientypen

Literatur bzw. Publikationen in Form unterschiedlicher Medientypen sind wesentlicher Bestandteil wissenschaftlicher und somit forschungsrelevanter Informationsversorgung. Folgende Medientypen (Volltext/Vollzugriff) werden, laut den Befragten, regelmäßig im Rahmen der eigenen Arbeit benötigt:

Regelmäßig benötigte Medien im Rahmen eigener wissenschaftlicher Tätigkeit

Zu den „Anderen Medientypen“ gehören laut 124 der Befragten folgende Medienarten:

  • Webseiten/Internetquellen: 33,1% (41 Nennungen)
  • Presse/öffentliche Medien (aktuell & Archivmaterial): 20,2% (25 Nennungen)
  • Onlinepublikationen (OA-Volltexte): 13,7% (17 Nennungen)
  • Empirische Daten (Primär-/Sekundärdaten): 12,9% (16 Nennungen)
  • Videos/Filme: 9,7% (12 Nennungen)
  • Soziale Medien (Onlineforen, Diskussionen, Blogs): 6,5%  (8 Nennungen)
  • Vorträge: 4,8% (6 Nennungen)
  • Publikationen von Ministerien/staatl. Institutionen: 4,8% (6 Nennungen)
  • Graue Literatur (Tagungsbände, Working Paper, etc.), Politische Strategiepapiere, Fachspezifische Datenbanken: je 3,2% (je 4 Nennungen)[20]
  • Lehrbücher: 2,4% (3 Nennungen)
  • Gesetze (Texte, Änderungen, etc.), Nachschlagewerke/Handbücher, Forschungs-/Projektberichte: je 1,6% (je 2 Nennungen)  
  • Newsletter, Internationale Originaldokumente (z.B. aus Asien), Testbatterien (Kombination mehrerer Einzeltests), Codes, Rezensionen, Abschlussarbeiten: je 0,8% (Einzelnennungen)

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Bereitstellung Medien am eigenen Standort

Die Bereitstellung verschiedener Medientypen am eigenen Standort der Befragten (Bibliotheken/Institutionen) wird je nach Art des elektronischen Mediums als unterschiedlich zufriedenstellend empfunden. Besonders bei grauer Literatur, aber auch bei Sammelbänden und Monographien werden benötigte Publikationen für über die Hälfte der Befragten nur gelegentlich bis nie in einem ausreichenden Umfang bereitgestellt.

Abbildung 3: Bereitstellung von eMedien am eigenen Standort (in ausreichendem Umfang)

38 Befragte benannten weitere „andere Medientypen“:

  • Fachspezifische Datenbanken, Empirische Daten (Primär/Sekundäranalyse): je 13,2% (je 5 Nennungen)
  • Videos/Filme: 10,5% (4 Nennungen)
  • Originalquellen/Archivdrucke, Webseiten, Internetquellen: je 7,9% (je 3 Nennungen)
  • Presseartikel/öffentliche Medien (aktuell & Archivmaterial), Gesetze (Texte, Änderungen, etc.), Soziale Medien (Inhalte von Onlineforen, Diskussionen, Blogs), Onlinepublikationen (OA-Volltexte), Graue Literatur (z.B. Working Paper, Tagungsbände), Lehrbücher: je 5,3% (je 2 Nennungen)
  • Rezensionen, Vorträge, Newsletter, politische Strategiepapiere, OA-Zeitschriften, Publikationen von Ministerien und öffentlichen Institutionen: je 2,6% (Einzelnennungen)

Im Vergleich zu den elektronischen Medien werden Sammelbände und Monografien als Printversion häufiger in einem befriedigenden Umfang bereitgestellt. Bei grauer Literatur ist der Anteil ausreichend bereitgestellter Exemplare jedoch anteilsmäßig deutlich geringer. Ähnlich wie bei den zuvor erhobenen eMedien wird auch die Versorgungssituation mit Zeitschriften(artikeln) als Printversion von fast der Hälfte der Befragten als ausreichend wahrgenommen.

Abbildung 4: Bereitstellung von Printmedien am eigenen Standort (in ausreichendem Umfang)

Unter den gedruckten Exemplaren „andere Medientypen“ (n=17) wurden zumeist Einzelnennungen gemacht:

  • Videos/Filme, Fachspezifische Datenbanken, Presse/öffentliche Medien (aktuell/ Archivmaterial), Webseiten/Internetquellen, Originalquellen/Archivdrucke: je 11,8% (je 2 Nennungen)
  • Graue Literatur (z.B. Working Paper, Tagungsbände), Gesetze (Text, Änderungen, etc.), Politische Strategiepapiere, Nachschlagewerke/Handbücher, Empirische Daten (Primär-/Sekundärdaten), Lehrbücher: je 5,9% (Einzelnennungen)

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Fernleihangebot

Sind Publikationen nur über das lokale Fernleihangebot verfügbar, variieren die Erfahrungen und Anforderungen je nach Standort:

Abbildung 5: Zufriedenheit mit Fernleihangebot (z.B. in Bezug auf Wartezeit, Ausleihfristen, ggf. Erhalt einer älteren Ausgabe, etc.)

Das Arbeiten mit Publikationen aus der Fernleihe ist für viele der Befragten mit Nachteilen verbunden (n=662, Mehrfachnennung möglich):

  • Zu lange Wartezeit für forschungsrelevante Literatur: 66,2% (438 Nennungen)
  • Literatur ist am Standort vorhanden, jedoch nicht verfügbar (ausgeliehen), eine Fernleihe ist somit nicht möglich: 44,7% (296 Nennungen)
  • Ausleihfrist von Medien aus der Fernleihe bietet nicht ausreichend Zeit zur Bearbeitung: 42,4% (281 Nennungen)
  • Ist an meinem Standort bereits die eRessource einer Publikation verfügbar, kann diese häufig nicht als Printversion über die Fernleihe bestellt werden: 20,8% (138 Nennungen)
  • Häufig sind benötigte Publikationen von der Fernleihe ausgeschlossen (Buchpreis liegt unterhalb einer best. Kostengrenze, kein Versand von Erstausgaben bzw. ältere Originalausgaben, etc.): 17,4% (115 Nennungen)
  • Ein anderer Aspekt erschwert das Arbeiten mit Fernleihmedien: 13,9% (92 Nennungen)

Zu den weiteren Aspekten, die das Arbeiten mit Medien aus der Fernleihe erschweren (n=74[21]), gehören die durch die Angebotsnutzung entstehenden Kosten (25,7%, 19 Nennungen), ein häufig umständlicher und (zeit-)aufwendiger Bestell-/Abholprozess (17,6%, 13 Nennungen), eine eingeschränkte Auswahl an Fernleihmedien sowie die Begebenheit, dass Publikationen nur als Printversion verfügbar sind obwohl eine durchsuchbare pdf-Dateien wesentlich geeigneter erscheint (je 9,5%, je 7 Nennungen). 6 der Befragten (8,1%) gaben an, dass an ihrem Standort kein Fernleihangebot zur Verfügung stehe. Unter den Teilnehmer/innen mit Dienstorten im Ausland bemängelten 6,8% (5 Nennungen) die fehlende Option grenzüberschreitender Fernleihen.

Die Bereitstellung nicht ausleihbarer Lesesaal-/Präsenzausgaben, kurze Ausleihfristen sowie ein eingeschränkter bzw. fehlender Anspruch auf Fernleihdienst wurde von je 5,4% der Befragten (je 4 Nennungen) als erschwerender Aspekt benannt. Drei Mitglieder (4,1%) aus der soziologischen Fachcommunity betrachteten fehlerhafte bzw. unvollständige bibliographische Angaben (Bibliothekskatalog/Scan/Kopie) als nachteilig. Weitere 10 Einzelnennungen (je 1,4%) beschreiben u. a.  unvollständige Kopien, unzuverlässige Lieferbedingungen und verschiedene den Fernleihprozess betreffende Faktoren.

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Anforderungen an eMedien

Gerade Funktionen, die eine fließende Integration in den eigenen Arbeitsalltag ermöglichen, gelten bei vielen Befragten als wesentliche Anforderungen an elektronische Medien (n=791[22]):

  • Lesemodus des Volltextes: 49,3% (383 Nennungen)
  • Downloadmöglichkeit des Volltextes: 94,6% (735 Nennungen)
  • Digital bearbeitbar (Notizen, Markierungen, etc.): 45,8% (356 Nennungen)
  • Printfähigkeit: 71,3% (554 Nennungen)
  • Durchsuchbarkeit: 80,2% (623 Nennungen)
  • Möglichkeit der Ansicht ohne zusätzliche Software-Installation: 59,6% (463 Nennungen)
  • Weitere Funktionen/Optionen: 4,1% (32 Nennungen)

Zu den „weiteren Funktionen/Optionen“ (n=31) gehören neben erneuter Nennung von Download bzw. Druckfähigkeit und Importmöglichkeiten in Literaturverwaltungsprogramme, wie Citavi, EndNote etc. (je 22,6%, je 7 Nennungen) auch einheitliche Daten- sowie Seitenformate, um das Zitieren der Publikation zu ermöglichen (12,9%, 4 Nennungen). Unter den 11 Einzelnennungen (je 3,2%) wurden Kopierfunktionen, kostenlose OA-Zugriffe sowie verschiedene Anforderungen zu individuellen Arbeitspräferenzen, wie anpassbare Schriftgrößen etc., aufgeführt.

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Desiderate – forschungsrelevante Fachliteratur

82 Befragte benannten spontan 119 verschiedene Publikationen, die dauerhaft – an ihrem Standort oder (in akzeptabler Zeit) per Fernleihe – nicht verfügbar sind. Im Zuge der Ergebnisauswertung und einem Abgleich der Angaben über etablierte Literaturdatenbanken, konnten 49 fachspezifische Zeitschriftentitel, 18 konkrete Monographien sowie 2 Zeitschriftenartikel und eine Datenbank für internationale soziologische Abstracts identifiziert werden.

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Hindernisse in der Literaturversorgung

67,8% (489 Befragte) gaben an, nicht auf Hindernisse in der Literaturversorgung zu stoßen, welche ihren Arbeitsalltag nachteilig beeinflussen.

Abbildung 6: Hindernisse in der Literaturversorgung

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

228 Mitglieder der Fachcommunity und somit 24,4% aller Teilnehmer/innen der Bedarfserhebung gaben an, bei der Recherche von und dem Zugriff auf forschungsrelevante Publikationen auf konkrete Hindernisse zu stoßen[23]:

  • Paywall/fehlende Lizenzen am eigenen Standort: 81,6% (186 Nennungen)
  • Mangel an frei verfügbaren Volltexten bei internationalen Publikationen: 64,5% (147 Nennungen)
  • Komplizierter und umständlicher Zugang zu Volltexten: 58,3% (133 Nennungen)
  • Standortabhängiger Zugang – Arbeiten von unterwegs nicht möglich: 39,5% (90 Nennungen)
  • Fehlende Übersichtlichkeit der Angebote und Zugänge: 31,6% (72 Nennungen)
  • Schlechte Verschlagwortung in Literatur- und Recherchedatenbanken: 27,6% (63 Nennungen)
  • Andere Hindernisse: 24,1% (55 Nennungen)

Um das Rechercheverhalten der soziologischen Community adäquat abzubilden, wird im Rahmen der Erhebung zwischen Diensten, die zur reinen Recherche nach Volltexten verwendet werden und Diensten, die für den Abruf bzw. Download genutzt werden, differenziert:

Abbildung 7: Genutzte Dienste - Recherche elektronischer Volltexte

Abbildung 8: Genutzte Dienste - Abruf elektronischer Volltexte

Insgesamt betrachtet werden online verfügbare Dienste häufiger zu Recherchezwecken genutzt als zum Download bzw. Abrufen der Volltexte. Gerade bei Bibliothekskatalogen suchen fast 15% mehr Forschende nach Publikationen, rufen sie jedoch auf anderem Wege ab. Auch bei speziellen Suchmaschinen wie z.B. Google Scholar und fachlichen Datenbanken werden zunächst mehr Suchprozesse abgesetzt als Texte heruntergeladen. Somit lässt sich darauf schließen, dass die Teilnehmer/innen die gesuchten Volltexte entweder nicht erhalten oder auf andere Weise beziehen.

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Verfügbarkeit von Volltexten

Die zuvor festgestellten Differenzen bzgl. der genutzten Dienste zu Recherche und Abruf von Volltexten lassen sich mit den Ergebnissen zur Zufriedenheitsabfrage hinsichtlich der Verfügbarkeit von Volltexten ergänzen. In der folgenden Abbildung wird deutlich, dass 47,4% (355 der Befragten) zum Zeitpunkt der Erhebung mit der (standortunabhängigen) Verfügbarkeit von Volltexten eher unzufrieden bis unzufrieden waren:

Abbildung 9: Zufriedenheit mit (standortunabhängigem) Verfügbarkeit von Volltexten

Entsprechend der zuvor geäußerten Unzufriedenheit bewerten 89,2% (670 Teilnehmer/innen) die Möglichkeit eines standortunabhängigen Zugriffs auf Volltexte als eher hilfreich bzw. hilfreich.

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Zentrale Ergebnisse: Literaturversorgung

Aspekt

Ergebnis

Bedarf spezifischer Medien

Neben Zeitschriften(artikel), Monographien und Sammelbänden wird graue Literatur regelmäßig benötigt

Bereitstellung von eMedien/ Printmedien am eigenen Standort

Unzureichende Verfügbarkeit von Sammelbänden, Monographien und graue Literatur für über die Hälfte der Befragten

Fernleihangebot

Arbeit mit Fernleihmedien mit konkreten Nachteilen verbunden

Anforderungen an eMedien

Vor allem Funktionen, die eine fließende Integration in den Arbeitsalltag ermöglichen, gelten als wesentliche Anforderungen

Desiderate forschungsrelevanter Fachliteratur

Nennung von 119 konkreten Desideraten, die weder am eigenen Standort noch per Fernleihe verfügbar sind

Hindernisse in der Literaturversorgung

Wesentliche Hindernisse:

  • Fehlende Verfügbarkeit digitaler, frei verfügbarer Volltexte
  • Paywall/fehlende Lizenzen
  • Komplizierter/umständlicher Zugang
  • Ausschließlich standortabhängiger Zugriff, kein Arbeiten von unterwegs möglich

Verfügbarkeit von Volltexten

Standortunabhängiger Zugriff auf Volltexte wird als hilfreich empfunden, aber nur unzureichend bereitgestellt


[19] Die Teilnehmer/innen wurden zu Beginn dieses Fragenblocks explizit darauf hingewiesen, Mitarbeiter/innen, welche für sie nach relevanten Informationen recherchieren, bei der Beantwortung der Fragen ggf. mit einzubeziehen.

[20] Im weiteren Verlauf des Dokuments werden (zur besseren Lesbarkeit) Antworten mit 5 und weniger Nennungen in Aufzählungen und Fließtexten nach ihrer Häufigkeit sortiert zusammengefasst.

[21] Mehrfachnennung möglich

[22] Mehrfachnennung möglich

[23] Mehrfachnennung möglich

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Gemeinsames Publizieren

In einem kurzen Abschnitt der Bedarfserhebung wurden die Teilnehmer/innen nach ihren Erfahrungen und Präferenzen bzgl. des gemeinsamen Verfassens von Publikationen befragt. Neben der Verortung der jeweiligen Publikationspartner/innen wurden die dazu genutzten technischen Lösungen eruiert.

Die deutliche Mehrheit der Befragten verfasst Publikationen sowohl allein als auch gemeinsam mit anderen Kolleginnen und Kollegen:

Abbildung 12: Veröffentlichung von Publikationen (Alleine oder in Kooperation)

Die Mitverfasser/innen wissenschaftlicher Publikationen sind sowohl am eigenen Standort (36,2%, 222 Nennungen), als auch an mehreren nationalen (63,9%, 391 Nennungen) sowie internationalen Standorten (36,3%, 222 Nennungen) beheimatet (n=611[24]).

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Technische Lösung – Verfassen gemeinsamer Publikationen

Beim gemeinsamen Verfassen von Publikationen wurden verschiedene, bereits etablierte technische Lösungen verwendet (n=611[25]):

Am häufigsten (89,5%) werden E-Mails zum wechselseitigen Austausch der aktuellsten Dateiversion genutzt, diese Methode präferieren 547 der Befragten. Darüber hinaus werden Cloud-Speicher (47%, 287 Nennungen), Netzlaufwerke mit gemeinsamem Zugriff (34,7%, 212 Nennungen) sowie webbasierte Applikationen wie z.B. Google Docs oder ShareLateX (20,3%, 124 Nennungen) für die Erstellung gemeinsamer Publikationen verwendet. Weitere 16 (2,6%) Befragte gaben an eine andere Lösung[26] zu präferieren. Bei insgesamt 1186 Nennungen wird deutlich, dass viele Personen mehr als eine Methode nutzen.

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Zufriedenheit mit genutzter Methode

Eine deutliche Mehrheit der Befragten ist mit ihrer/n verwendeten Methode/n zum gemeinsamen Verfassen von Publikationen zufrieden, lediglich 1% gab an unzufrieden zu sein:

Abbildung 13: Zufriedenheit mit genutzter Methode zum gemeinsamen Verfassen von Publikationen

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Zentrale Ergebnisse: Gemeinsames Publizieren

Ergebnis

Ein Großteil der Befragten publiziert gemeinsam mit anderen. Zum gemeinsamen Verfassen von Dokumenten liegen ausreichend etablierte technische Lösungen vor, sodass die Mehrheit der Befragten mit der genutzten Methode zufrieden ist. Hier konnte kein Bedarf festgestellt werden.


[24] Mehrfachnennung möglich

[25] Mehrfachnennung möglich

[26] Dropbox (je 4 Nennungen); Gemeinsame Treffen, Austausch von USB-Sticks, Citavi (je 2 Nennungen); Projekt-Intranet, Sharepoint, Sciebo, Austausch von Papierversionen, GitLab, GitHub, Private Cloud (Einzelnennungen).

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Forschungsdatenmanagement

Der umfassende Bereich des Forschungsdatenmanagements (FDM) wurde mit Blick auf die fachspezifischen Anforderungen und Bedürfnisse innerhalb soziologischer Forschung untersucht. Um zu differenzieren, an welchen Prozessstellen Angebote und/oder Informationen aus Sicht der Community fehlen, galt es das Lebenszyklusmodell von Forschungsdaten (vgl. Martin 2013) bei der Gestaltung der Erhebung zu berücksichtigen.

Sofern die Teilnehmenden zum Zeitpunkt der Erhebung bereits eigene Forschungsdaten generiert hatten bzw. dies in Zukunft (auch weiterhin) planten, wurden sie zu ihren selbst erhobenen Forschungsdaten sowie bzgl. des Umgangs und der Archivierung ebendieser befragt. Insgesamt 90,8% gaben an, bereits Forschungsdaten erhoben zu haben und bestätigten gleichzeitig, dies auch in Zukunft zu planen (n=662).

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Erfahrungen mit Forschungsdaten

43 Teilnehmende (48,3%, n=89) planen in Zukunft Forschungsdaten zu erheben, haben dies jedoch zuvor noch nie getan. 38 dieser Befragten haben bereits konkrete Pläne bzgl. der geplanten Erhebungsinstrumente, Datenarten, Dateiformate und Datensicherung während der Forschungsphase.

Die deutliche Mehrheit der Soziologinnen und Soziologen gaben an, bereits eigene Forschungsdaten erhoben zu haben, hier waren es vermehrt Forschungsdaten qualitativer Art.

Abbildung 15 & 16 - Bereits eigene Forschungsdaten erhoben & Art der erhobenen Daten (qualitativ-quantitativ)

Die tendenzielle Mehrheit an Erfahrungen mit qualitativen Daten spiegelt sich auch in den Angaben zu bisher genutzten Erhebungsinstrumenten wider. Die meisten Forschungsdaten gehen aus Erhebungen hervor, die mittels Interviews, Fragebögen aber auch Beobachtungen umgesetzt wurden.[27]

Abbildung 17: Erhebungsinstrument Forschungsdaten

Dies wird auch an der Art der erhobenen Forschungsdaten deutlich:

Abbildung 18: Art/Arten erhobener/analysierter Forschungsdaten

Die bei der Analyse und Erhebung von Forschungsdaten verwendeten Datenformate sind weit verbreitet und lassen somit in nur wenigen Fällen auf Komptabilitätsprobleme schließen (n=591[28]):

  • docx/xlsx (Word/Excel): 88,5% (523 Nennungen)
  • pdf : 73,1% (432 Nennungen)
  • mp3/wav oder andere Audioformate: 51,6% (305 Nennungen)
  • jpg: 36,5% (216 Nennungen)
  • sav/do: 36,4% (215 Nennungen)
  • txt: 26,2% (155 Nennungen)
  • mp4/avi oder andere Videoformate: 18,4% (109 Nennungen)
  • xml: 9,8% (58 Nennungen)
  • Andere Datenformate[29]: 8% (47 Nennungen)

Während der Forschungsphase wurden erhobene bzw. analysierte Daten zumeist auf dem lokalen Dienstrechner (366 Nennungen, 61,6%) gespeichert. Die Hälfte der Befragten gab an, ihre Daten auf dem privaten Rechner abzulegen (300 Nennungen, 50,5%). Ein wesentlicher Teil der Teilnehmenden nutzen andere Datenträger, z. B. externe Festplatten (235 Nennungen, 39,4%), den Institutsserver (252 Nennungen, 42,4%) oder Universitätsserver (209 Nennungen, 35,2%) zur Speicherung der eigenen Forschungsdaten. Weitere Speicherorte sind externe wissenschaftliche Einrichtungen (43 Nennungen, 7,2%) sowie Angebote kommerzieller Anbieter (52 Nennungen, 8,8%).


[27] Unter der Kategorie „Anderes Instrument“ machten 57 TN Angaben zu den von ihnen individuell eingesetzten Erhebungsinstrumenten: Gruppendiskussion (26,3%, 15 Nennungen); Inhalts-/Dokumenten-‎/Aktenanalyse, Videoanalyse/Videografie (jeweils 15,8%, 9 Nennungen); Analyse von Archivquellen (jeweils 7%, 4 Nennungen); Fotografie‎/Bildanalyse, Webscraping‎/Webcrawling, Medienanalyse (Print‎/TV) (jeweils 5,3%, 3 Nennungen); Artefaktanalyse, Sonstige Methoden emp. Sozialforschung, Teilnehmende Beobachtung/ Teilnahme, Analyse sozialer Medien, Analyse von Prozessdaten, Expertengespräche/Fokusgruppengespräche (3,5%, 2 Nennungen); Reallabor, Begehungen, Betriebsfallstudie, Onlinebefragungen, Diary-Verfahren, Ethnographie, Auto-Ethnographie, Library research, Hospitation, Systematische Internetrecherche, Analyse technischer Daten (1,8%, Einzelnennungen).

[28] Mehrfachnennung möglich

[29] n=46 /84 Nennungen/ Mehrfachnennung möglich: csv 23,9% (11 Nennungen); rdata/R 19,6% (9 Nennungen); Stata/dta: 17,4% (8 Nennungen); tex/md/Mellel 15,2% (7 Nennungen); MAXQDA Formate 13% (6 Nennungen); (odt/ods 10,9% (5 Nennungen); rtf je 8,7% (je 4 Nennungen); sas7dat/py/do , sps/spo//por;  je 6,5% (je 3 Nennungen); SPSS, xlsx  je 4,3% (je 2 Nennungen); odp/wpd, wma/wav, cvs, xml/dl, png, Videoformate, sql, FileMaker Dateien, Statistikformate, json, Mplus, dat, Bibtex, org) je 2,2% (Einzelnennungen)

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Bereitstellung von eigenen Forschungsdaten

Abbildung 19: Bereits erfolgte Bereitstellung eigener Forschungsdaten

Haben 45,7% (290 der Befragten) bereits eigene Forschungsdaten für Dritte verfügbar gemacht, liegt die generelle Bereitschaft deutlich höher[30]. Insgesamt 80,9% (511 Teilnehmer/innen) erklärten sich dazu bereit, eigene Forschungsdaten – zumeist unter selbst festgelegten Bedingungen – für andere zugänglich zu machen.

Eigene Forschungsdaten werden primär (71,2%, 205 Nennungen) auf Nachfrage anderer Forschender bereitgestellt. 42,4% (122 der Befragten) nutzen darüber hinaus ein Datenarchiv und 11,1% (32 Personen) stellen ihre Daten über einen Link innerhalb eigener Publikationen bereit. Auch die Verfügbarmachung über die eigene Webseite wird von 10,1% (29 Personen) der Forschenden dazu genutzt ihre generierten Daten bereitzustellen (n=288[31]).

 

 

 

 

 

25 Forscherinnen und Forscher machen selbst generierte Forschungsdaten auf andere Arten für Dritte verfügbar[32]:

  • Im Rahmen der eigenen Lehre: 38,5% (10 Nennungen)
  • Als Printversion: 11,5%  (3 Nennungen)
  • Auf portablen Datenträgern bereitgestellt: 11,5%  (3 Nennungen)
  • Bibliothek/Archiv: 11,5%  (3 Nennungen)
  • Institutseigenes FDZ: 11,5%  (3 Nennungen)
  • Forschungsarbeitsplatz am eigenen Standort: 3,8% (Einzelnennung)
  • GESIS-Angebot: 3,8% (Einzelnennung)
  • GitHub: 3,8% (Einzelnennung)
  • jupyter.org: 3,8% (Einzelnennung)
  • Akademische Netzwerke: 3,8% (Einzelnennung)
  • Individuelle Zusammenfassungen/Übersichten: 3,8% (Einzelnennung)

Abbildung 20: Bereitschaft Bereitstellung der eigenen Forschungsdaten


[30] Bereitstellung eigener Daten ggf. stark eingeschränkt

[31] Mehrfachnennung möglich

[32] Mehrfachnennung möglich

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Datenarchivierung

Die Mehrheit der Befragten gab – mit insgesamt 66 Nennungen (72,6%) – bei den genutzten Datenarchiven primär Angebote von GESIS (Leibniz-Institut für Sozialwissenschaften) an. 14,3% der Befragten (13 Nennungen) nutzten ein durch den RatSWD (Rat für Sozial und WirtschaftsDaten) akkreditiertes Forschungsdatenzentrum[33]:

Welche/s Datenarchiv/e haben Sie für die Archivierung Ihrer Forschungsdaten genutzt?

 

Antworten (n)

Prozent der Befragten (%)

GESIS Angebote:

GESIS (allgm.)

37

40,7%

Datenarchiv für Sozialwissenschaften - DAS (GESIS)

17

18,7%

datorium (GESIS)

8

8,8%

Histat (GESIS)

4

4,4%

Akkreditierte Forschungsdatenzentren:

FDZ Datenservice Betriebs- & Organisationsdaten

5

5,5%

FDZ Deutsches Zentrum für Hochschul- & Wissenschaftsforschung (DZHW)

3

3,3%

FDZ Bundesagentur für Arbeit

1

1,1%

FDZ Bildung (DIPF)

1

1,1%

FDZ Institut zur Qualitätsentwicklung im Bildungswesen (IQB)

1

1,1%

FDZ BA für Arbeit - Institut für Arbeitsmarkt & Berufsforschung (IAB)

1

1,1%

FDZ Deutsches Zentrum für Alternsfragen (DZA)

1

1,1%

Weitere Datenarchive:

FDZ Schweizer Kompetenzzetrum für Sozialwissenschaften (FORS)

6

6,6%

eLabour (SOFI)

4

4,4%

FDZ/Archiv (allgemein)

4

4,4%

Cloud

2

2,2%

FDZ Nationales Bildungspanel (NEPS)

2

2,2%

Eletr. Lehrarchiv für qualitative & quantitative Sozialforschung (EQQS)

2

2,2%

Fallarchiv Schulpädagogik

1

1,1%

ICDC Data Center

1

1,1%

INGRID - Informationssystem für Graffiti in Deutschland

1

1,1%

MAPI

1

1,1%

OpenABM/CoMSES Net

1

1,1%

SIDOS (Schweizer Datenarchiv)

1

1,1%

UK Data Service (Economic and Social Research Council)

1

1,1%

Qualiservice

1

1,1%

Österreichisches Archiv für sozialwissenschaftl. Forschungsdaten (WISDOM)

1

1,1%

DATA Portal Zetrum für Entwicklungsforschung (ZEF)

1

1,1%

Gesamt (n=91)

109

119,8%

 


[33] https://www.ratswd.de/forschungsdaten/fdz

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Zufriedenheit mit genutzten Datenarchiven

Die Mehrheit der Umfrageteilnehmer/innen war mit den bisher genutzten Datenarchiven zufrieden bzw. eher zufrieden (78%, 85 Nennungen):

Abbildung 21: Zufriedenheit mit bisher genutzten Datenarchiven

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Weitere Archivierungsorte für Forschungsdaten

626 Mitglieder der soziologischen Fachcommunity gaben an, ihre Forschungsdaten an einem anderen Ort als einem Datenarchiv archiviert zu haben. Bei der Beantwortung dieser Frage waren Mehrfachnennungen möglich. 49% (307 Befragte) archivierten bereits eigene Forschungsdaten auf einem lokalen Speicher, 40,7% (253 Befragte) nutzten externe Datenspeicher und 26% (163 Personen) speicherten ihre Daten auf einem universitären Zentralspeicher. 21,7% (136 der Befragten) bestätigten ihre Forschungsdaten an keinem anderen Ort als einem Datenarchiv zu hinterlegen. Unter der offenen Antwortoption „Andere Archivierungsorte“ benannten die Befragten folgende Archivierungsorte (n=29):

  • Institutsserver: 79,3% (23 Nennungen)
  • Cloud: 13,8% (4 Nennungen)
  • Datenträger ‎(u.a. USB-Stick, CD Rom): 10,3% (3 Nennungen)
  • Eigene Webseite, Aktenordner, Dropbox: je 6,9% (je zwei Nennungen)
  • Google Drive, One Drive, Institutseigenes Archiv, externer Dienstleister, Dienstrechner‎/-laptop, Redcap: 3,4% (Einzelnennungen)

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Hindernisse bei der Archivierung eigener Forschungsdaten

Über die Hälfte der Teilnehmer/innen sind bei der Archivierung eigener Forschungsdaten bei den von ihnen genutzten Datenarchiven bisher auf keine Hindernisse gestoßen.

Abbildung 22: Genutzte Datenservices - Hindernisse bei Archivierung

5,6% der Soziologinnen und Soziologen berichteten von weiteren Hindernissen bei der Nutzung von Datenarchiven zur langfristigen Speicherung ihrer Forschungsdaten (n=32[34]):

    • Zu wenig Speicherkapazität für größere Datenmengen: 28,1% (9 Nennungen)
    • Unsicherheiten bzgl. Rechtslage‎/Datenschutz: 18,8% (6 Nennungen)
    • Geeignete Archivierungsmöglichkeit unbekannt: 15,6% (5 Nennungen)
    • Datenverlust (z.B. defekte Hardware):  15,6% (5 Nennungen)
    • Hoher Aufwand‎/fehlende Ressourcen: 12,5% (4 Nennungen)
    • Archivierungsmöglichkeit für qualitative Daten nicht geeignet: 9,4% (3 Nennungen)
    • Standardisierte‎/anonymisierte Daten nicht ‎(mehr) nachnutzbar: 9,4% (3 Nennungen)
    • Eingeschränkter Zugriff (am eigenen Standort): 6,3% (2 Nennungen)
    • Datensynchronisation zw. Servern, Fehlende Transkriptionssoftware, Zu hohe Kosten bei der Archivierung großer Datenmengen: 3,1% (Einzelnennungen)

[34] Mehrfachnennung möglich

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Konkreter Bedarf

Fast Dreiviertel der Befragten bewerteten sowohl die Bereitstellung eines Informationspakets (73,5%, 342 Nennungen) als auch konkreter Tools und Services (74,4%, 346 Nennungen) – zusätzlich zu bereits existierenden Diensten bei der Archivierung von Forschungsdaten – als hilfreiches Angebot.

Abbildung 23: Hilfreiches Angebot bzgl. Archivierung eigener Forschungsdaten - zusätzlich zu bereits existierenden Angeboten

Unter den 6% der Befragten, die ein andere Angebotsformat (n=26) als für sie hilfreich angaben, waren vor allem rechtliche Beratungsangebote sowie die Bereitstellung von Ressourcen für Archivierung (jeweils 29,7%, je 8 Nennungen) von Bedeutung. Im Kontext qualitativer Daten wurden primär adäquate Archivierungsmöglichkeiten (14,9%, 4 Nennungen) sowie die Gestaltung nutzerfreundlicher Angebote und Strukturen und die Bereitstellung dezentraler und sicherer Archivierungsmöglichkeiten (jeweils 11,2%, je 3 Nennungen) benannt.

Erneut sind fehlende Informationen über geeignete Archivierungsmöglichkeiten (60,7%, 359 Nennungen) und rechtliche Unsicherheiten (39,5%, 234 Nennungen) die häufigsten Argumente gegen die Archivierung der eigenen Forschungsdaten. Ein Viertel der Befragten (25,3%, 150 Nennungen) bewertete die mit der Archivierung verbundenen Vorbereitungsmaßnahmen (u. a. Datenaufbereitung, Anonymisierung, etc.) als zu umständlich. 13,9% (82 Nennungen) stehen der Archivierung von Forschungsdaten generell skeptisch gegenüber. Die Fragestellung nach potentiellen Gründen gegen eine Archivierung der eigenen Forschungsdaten (n=592[35]) wurde von 23,5% (139 Teilnehmer/innen) der Befragten negiert, sie gaben an, keine Vorbehalte zu haben. Weitere 6,3% (37 Nennungen) bewerteten diesen Aspekt als irrelevant für die eigene Tätigkeit.

Insgesamt werden – explizit im Kontext qualitativer Forschungsdaten – vermehrte Bedenken geäußert (n=72[36]):

  • (Zeit)Aufwand und fehlende Ressourcen zur Datenvorbereitung: 23,6% (17 Nennungen)
  • Forschungsethische Bedenken bei qualitativen Daten: 20,8% (15 Nennungen)
  • Anonymisierung qualitativer Daten problematisch: 19,4% (14 Nennungen)
  • Datenschutz allgm.: 9,7%, (7 Nennungen)
  • Hochsensible Daten – Interviewdaten: 8,3% (6 Nennungen)
  • Daten nicht nachnutzbar - nach Anonymisierung: 6,9% (5 Nennungen)
  • Bestehende Angebote erfüllten eigene Anforderungen nicht: 6,9% (5 Nennungen)
  • Sicherheitsbedenken: 4,2% (3 Nennungen)

[35] Mehrfachnennung möglich

[36] Mehrfachnennung möglich

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Forschungsdatenmanagement – Informations-/ und Angebotsbedarf

Um zu eruieren, ob es der soziologischen Community an konkreten Angeboten fehlt oder ob lediglich die Informationen zu bestehenden Angeboten nicht bekannt sind, wurden Informations- und Angebotsbedarf getrennt voneinander erhoben. Die auf diesem Wege identifizierten Schnittmengen sollen späteren Modifikationen des FID Service Angebots dienen.

In welchen Bereichen des Forschungsdatenmanagement besteht Ihrerseits Informationsbedarf? (Mehrfachnennung möglich)

 

Antworten (n)

Prozent der Befragten (%)

Rechte und Pflichten (Verantwortlicher und nachhaltiger Umgang mit Daten, z.B. Lizenzen, gesetzliche Regelungen, Datenschutzrecht, Urheberrecht, Rechte von Datenbanken/Datenarchiven, Deutsches Recht und Copyright, Plagiate)

420

72,3%

Bewahren und Nachnutzen (Forschungsdaten langfristig bereitstellen, z.B. Zitieren von Daten, persistente Identifikatoren, Langzeitarchivierung, Datenarchive, Open Data, Open Access & Nachnutzung)

353

60,8%

Aufbereiten und Veröffentlichen (Forschungsdaten verständlich beschreiben, z.B. Daten teilen, Datendokumentation)

250

43,0%

Planen und Strukturieren (Forschungsdaten von Beginn an berücksichtigen, z.B. Datenmanagementplan, Förderrichtlinien)

240

41,3%

Organisieren und Arbeiten (Mit Forschungsdaten täglich umgehen, z.B. Datenorganisation, Datenvisualisierung, kollaboratives Arbeiten)

213

36,7%

In keinem dieser Bereiche

76

13,1%

In einem anderen Bereich des Forschungsdatenmanagements

11

1,9%

(n=581)

Die unter „in einem anderen Bereich“ angegebenen Informationsbedarfe können zumeist den bestehenden Antwortoption zugeordnet werden (n=11[37]). Neben einem Bedarf an konkreten Beratungsangeboten bzw. Ansprechpersonen für einzelne Prozessabschritte des Forschungsdatenmanagements (54,6%, 6 Nennungen) wurden in Form einzelner Nennungen (je 9,1%) Probleme bei der Archivierung qualitativer Forschungsdaten, sowie Informationsbedarf bzgl. Anonymisierung, bestehender Qualitätsstandards, Forschungsethik thematisiert.

In welchen Bereichen des Forschungsdatenmanagements, bei denen Ihnen keine geeigneten bzw. verfügbaren Angebote bekannt sind, besteht Ihrerseits Bedarf an Angeboten?

(Mehrfachnennung möglich)

 

Antworten (n)

Prozent der Befragten (%)

Rechte und Pflichten (Verantwortlicher und nachhaltiger Umgang mit Daten, z.B. individuelle Beratungsangebote oder Übersichten bestehender gesetzlicher Regelungen)

293

56,2%

Bewahren und Nachnutzen (Forschungsdaten langfristig bereitstellen, z.B. Zuordnung von persistente Identifikatoren um Zitierfähigkeit zu gewährleisten oder langfristige u. nachhaltige Archivierung sowie Open-Access-Bereitstellung im Sinne einer Open Science Community

251

48,2%

Aufbereiten und Veröffentlichen (Forschungsdaten verständlich beschreiben und verfügbar machen, z.B. Bereitstellungsoptionen in Datenarchiven oder Erstellung eines Data-Curation-Profiles)

213

40,9%

Organisieren und Arbeiten (Mit Forschungsdaten täglich umgehen, z.B. kollaborative Forschungsumgebungen oder Datenvisualisierungssoftware)

187

35,9%

Planen und Strukturieren (Forschungsdaten von Beginn an berücksichtigen, z.B. Datenmanagement-Tools oder beratende Angebote wie Sherpa Juliet)

181

34,7%

In keinem dieser Bereiche

122

23,4%

In einem anderen Bereich des Forschungsdatenmanagements

9

1,7%

(n=521)

Auch hier können die Antworten bzgl. „anderer Bereiche des Forschungsdatenmanagements“  (n=8[38]) den zuvor benannten Angebotsformen untergeordnet werden. Zumeist handelt es sich um einzelne Nennungen (12,5%), die ebenfalls Probleme bei der Archivierung bzw. Anonymisierung qualitativer Forschungsdaten, sowie Informationsbedarf bzgl. Datensicherheit, bestehender Qualitätsstandards, Forschungsethik aber auch hinsichtlich finanzieller Fördermöglichkeiten thematisieren.


[37] Mehrfachnennung möglich

[38] Mehrfachnennung möglich

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Hindernisse bei der Arbeit mit Forschungsdaten

Der zuvor am häufigsten benannte Bedarf an Informationen bzw. Angeboten bzgl. der Rechte und Pflichten (aller Beteiligten) sowie der Bewahrung und Nachnutzung von Daten spiegeln sich auch in den von den Mitgliedern der Fachcommunity wahrgenommenen Hindernissen bei der Arbeit mit Forschungsdaten wider.

Auf welche Hindernisse stoßen Sie allgemein bei der Arbeit (Analyse und Generierung) mit Forschungsdaten? (Mehrfachantwort möglich)

 

Antworten (n)

Prozent der Befragten (%)

Unsicherheiten bzgl. Rechtslage/Datenschutz

21

35,0%

Anonymisierung qualitativer Daten

11

18,3%

Fehlende Qualitätsstandards

10

16,7%

Kein etabliertes Informationsangebot

9

15,0%

Zeitaufwand (z.B. Datenbereinigung/-aufbereitung)

7

11,7%

Nachnutzung qualitativer Daten problematisch

6

10,0%

Unvollständige Dokumentation

6

10,0%

Unzureichende Datenabsicherung

5

8,3%

Datenbereitstellung (& damit verbundene Arbeit) wird nicht gefördert

5

8,3%

Kein/eingeschränkter Zugriff

5

8,3%

Fehlendes Nachweis-/Recherchesystem

4

6,7%

Mangelnde Bereitschaft zu Datenbereitstellung

4

6,7%

Forschungsethische Unsicherheiten

2

3,3%

Schwierigkeit Interviewpartner zu finden

2

3,3%

Fehlende Infrastrukturen

2

3,3%

Kosten (Bereitstellung/Nutzung)

2

3,3%

Fehlende Datenmanagementkenntnisse

1

1,7%

(n=60)

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Zentrale Ergebnisse: Forschungsdatenmanagement

Aspekt

Ergebnis

Erfahrungen mit Forschungsdaten

Große Mehrheit der Befragten hat Erfahrungen mit eigenen Forschungsdaten, qualitative Daten werden häufiger erhoben als quantitative.

Bereitstellung von eigenen Forschungsdaten

Knapp die Hälfte der Befragten haben bereits eigene Daten für andere verfügbar gemacht.

Fast doppelt so viele der Befragten gaben an, dazu bereit zu sein ihre eigenen Forschungsdaten für Dritte bereitzustellen.

Datenarchive

Hauptsächlich genutzte Datenarchive sind von GESIS bereitgestellte Angebote sowie akkreditierte Forschungsdatenzentren.

Knapp ein Zehntel der Befragten ist mit dem/n bisher genutzten Datenservice/s unzufrieden.

Andere Archivierungsorte spielen weiterhin eine große Rolle.

Es besteht intensiver Informations- und Angebotsbedarf im Bereich der Forschungsdatenarchivierung. Gerade die Aspekte Rechte & Pflichten sowie Bewahren & Nachnutzen spielen eine große Rolle.

Hindernisse bei der Arbeit mit Forschungsdaten

Der Hauptanteil festgestellter Hindernisse lässt sich auf den bestehenden Informations- und Angebotsbedarf im Bereich der Forschungsdatenarchivierung zurückführen.

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Empirische Daten

Neben der Allgemeinen Soziologie und den speziellen Soziologien gilt die empirische Sozialforschung als einer der drei zentralen Bereiche der Soziologie (vgl. Esser, S.16ff.). Darüber hinaus gilt die empirische Sozialforschung als „disziplinübergreifende Erfahrungswissenschaft, die den Sozialwissenschaften Erhebungsverfahren und Methoden zur Verfügung stellt“ (Berger-Grabner, S.108). Neben Publikationen gelten empirische Daten als wesentliche Informationsquellen soziologischer Forschung.

Im letzten Abschnitt der Bedarfserhebung wurden die Mitglieder der soziologischen Fachcommunity bezüglich ihrer Bedarfe, Anforderungen und bisherigen Erfahrungen im Kontext fachspezifisch relevanter empirischer Daten – die durch Dritte wie z.B. von etablierten Statistikdatenbanken bereitgestellt werden – befragt.

Abbildung 25: Notwendigkeit empirischer Daten (qualitativ/quantitativ) von Dritten (z.B. Statistikdatenbanken) für die eigene wissenschaftliche Tätigkeit71,4% der Befragten (512 Personen) gaben an, regelmäßig empirische Daten – qualitativer und quantitativer Art – von Drittanbietern wie z.B. Statistikdatenbanken oder akkreditierten Forschungsdatenzentren[39] im Rahmen der eigenen wissenschaftlichen Tätigkeit zu benötigen.

 

 

 

 

 

 

 

 

 


[39] Vgl. https://www.ratswd.de/forschungsdaten/fdz (Abgerufen am 20.04.2018)

Das Antwortverhalten bezüglich der Art der regelmäßig benötigten empirischen Daten fiel mit 815 Nennungen von insgesamt 304 Teilnehmer/innen (durchschnittlich 2,7 Datenarten pro Befragte/r) heterogen und umfangreich aus. Die Rückmeldungen divergieren stark und lassen sich mittels nachträglicher Kategorisierung und Codierung hinlänglich trennscharf unter konkreten Angeboten bestimmter Anbieter/Forschungsdatenzentren, thematisch orientierten Angaben oder konkretem Design aggregieren:

Welche Daten von Dritten benötigen Sie (regelmäßig)?
 

Antworten (n)

Prozent der Befragten (%)
Designs/Datentypisierung:

Surveys (allgm.)

77

25,3%

Paneldaten (allgm.)

58

19,1%

Texte

35

11,5%

Statistiken (allgm.)

23

7,6%

Dokumente

2

0,7%

Karten

2

0,7%

Fallstudien

1

0,3%

Konkrete Angebote best. Anbieter/Forschungsdatenzentren:

SOEP - Sozioökonomisches Panel

72

23,7%

DESTATIS‎/Statistisches Bundesamt (u.a. EVS, LIS, Taxpayer-Panel, ILO)

56

18,4%

ALLBUS

32

10,5%

Mikrozensus

29

9,5%

EUROSTAT (u. a. AES, URBAN-AUDIT)

24

7,9%

PASS‎/LIAB‎/IAB Betriebspanel‎/lidA (Bundesagentur für Arbeit)

22

7,2%

ESS - European Social Survey

22

7,2%

OECD - Organisation für wirtschaftl. Zusammenarbeit u. Entwicklung

18

5,9%

NEPS - Nationales Bildungspanel

12

3,9%

WVS - World Values Survey

10

3,3%

DEAS - Deutscher Alterssurvey

9

3,0%

Eurobarometer

9

3,0%

EU-SILC - European Union Statistics on Income & Living Conditions

8

2,6%

SHARE - Survey of Health, Ageing & Retirement

8

2,6%

ISSP - International Social Survey Programme (GESIS)

7

2,3%

World Bank Daten

5

1,6%

GESIS (Panels, Studien, Zensus, etc.)

5

1,6%

FWS - Deutscher Freiwilligensurvey

4

1,3%

PAIRFAM - Panel Analysis of Intimate Relationships and Family Dynamics

4

1,3%

STATISTA

3

1,0%

BIBB BAUA - Erwerbstätigendaten

3

1,0%

GSS - General Social Survey

3

1,0%

EWCS - European Working Conditions Survey

3

1,0%

DJI - Deutsches Jugendinstitut (u.a. AID:A)

3

1,0%

Web of Science

2

0,7%

PSID - Panel Study of Income Dynamics

2

0,7%

GLHS - German Life History Study

1

0,3%

FORSA BUS (GESIS)

1

0,3%

IMF - International Monetary Fund

1

0,3%

Afrobarometer

1

0,3%

Mikrozensus-Zusatzerhebung

1

0,3%

SHELL - Jugendstudie

1

0,3%

UNDP - Human Development Reports

1

0,3%

BfS (Schweiz)

1

0,3%

EuroIslam

1

0,3%

AMECO - Anual MacroECOnomic Database

1

0,3%

BHPS - British Household Panel Survey

1

0,3%

ZIVIZ - Zivilgesellschaft in Zahlen

1

0,3%

Comparative Family Policy Database

1

0,3%

Internationale Einstellungssurveys

1

0,3%

Scopus

1

0,3%

CHARLS - China Health and Retirement Longitudinal Study

1

0,3%

CORDIS (Europäische Kommission)

1

0,3%

Daten des IfD Allensbach

1

0,3%

Inhaltlich orientierte empirische Daten:

Bevölkerungsstatistiken (national, international)

74

24,3%

Amtliche Statistiken (u.a. INKAR, TOP)

33

10,9%

Wirtschafts-‎/Unternehmensstatistiken

16

5,3%

Kommunale Statistiken (u.a. SHP, MZ)

12

3,9%

Bildungsstatistiken‎/-berichte

8

2,6%

(Social) Media Daten

6

2,0%

Ökonomische Kennzahlen (u.a. HBS)

6

2,0%

Hochschulstatistiken (u.a. des DZHW)

6

2,0%

Geodaten/raumbezogene Daten

6

2,0%

Sozio-strukturelle Daten

5

1,6%

Kriminalstatistiken (u.a. PKS)

5

1,6%

Interviewdaten (qualitative Daten)

5

1,6%

USA Statistiken (u.a. NAS, NSF)

4

1,3%

Migrationsstatistiken

3

1,0%

Stiftungsdaten (Bertelsmann, Bosch, WSI)

3

1,0%

Berufsstatistiken

3

1,0%

Historische Daten

3

1,0%

Zeitverwendungsdaten

3

1,0%

Prozessgenerierte‎/administrative Daten

3

1,0%

Krankheits-‎/Gesundheitsstatistiken

3

1,0%

Schulstatistiken

2

0,7%

Verbandsstatistiken

2

0,7%

Ethnographische Daten

2

0,7%

Religionssoziologische Statistiken

2

0,7%

Epidemiologische Daten

1

0,3%

Renten(zugangs)statistiken

1

0,3%

Sozialhilfestatistiken

1

0,3%

Pflegestatistiken

1

0,3%

Steuerstatistiken‎/-surveys

1

0,3%

Media-Analyse (MA-Daten)

1

0,3%

VHS-Statistiken

1

0,3%

Ausbildungsstatistiken

1

0,3%

Marktforschungsdaten

1

0,3%

Gesamt (n=304)

815

268,1%

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Recherche von empirischen Daten

87,6% der Befragten (n=509) gaben an, regelmäßig nach empirischen Daten für die eigene wissenschaftliche Tätigkeit zu recherchieren.

35% (179 Personen) recherchieren ausschließlich selbst, 5,5% (28 Personen) überlassen die Recherche von empirischen Daten anderen Mitarbeiter/innen und bei 47,2% (240 Personen) der Angaben wurde bestätigt, dass sowohl selbst als auch von anderen Mitarbeiter/innen Recherchen für die eigene wissenschaftliche Tätigkeit angestellt werden (n=447).

Auch die anschließenden Rückmeldungen bezüglich präferierter Informationsquellen für empirische Daten decken sich mehrfach mit den Angaben zu konkreten Angeboten bestimmter Anbieter bzw. Forschungsdatenzentren aus der vorangegangenen Frage. Hier gab jede/r Befragte durchschnittlich 3,8 verschiedene Rechercheorte an:

Wo recherchieren Sie (u./o. Ihre Mitarbeiter/innen) nach empirischen Daten?

(Mehrfachnennung möglich)

 

Antworten (n)

Prozent der Befragten (%)

Statistisches Bundesamt / Destatis GENESIS

344

21,2%

GESIS (Datenbestandskatalog/Datenarchiv)

300

79,6%

Eurostat

259

69,40%

SOEP (Sozioökonomisches Panel)

247

60,0%

OECD (Organisation für wirtschaftl. Zusammenarbeit u. Entwicklung)

210

57,2%

Statista

140

48,6%

In anderen Quellen

85

32,4%

Social Sciences Data on the Net

22

19,7%

Qualiservice (Bremen)

15

5,1%

Zanran

1

3,5%

Gesamt (n=432)

1623

375,7 %

32,4% (85 Teilnehmer/innen) gaben an, (auch) in anderen Quellen nach empirischen Daten zu recherchieren. 77 von ihnen machten Angaben zu genutzten anderen Rechercheorten. Neben (internationalen) Datenbanken/-archiven (15 Nennungen, 19,5%), wurde Google (8 Nennungen, 10,4%) als erste Anlaufstelle für Datenrecherchen benannt. Ferner konnten Datentypen wie Pressemeldungen, Börsenangaben und standortspezifische Datenquellen (insgesamt 16 Nennungen) sowie 54 einzelne Nennungen verschiedener konkreter Forschungsdatenzentren oder (Drittanbieter) empirischer Daten identifiziert werden.

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Verfügbarkeit empirischer Daten am eigenen Standort

Die Verfügbarkeit empirischer Daten am eigenen Standort wird von 15,5% (78 Personen) der befragten Soziologinnen und Soziologen als oft/immer zufriedenstellend bewertet. Über die Hälfte (57,9%, 291 Personen) gab an, nie oder selten empirische Daten in einem für sie zufriedenstellenden Umfang am eigenen Standort zu erhalten.

Abbildung 27: Bereitstellung empirischer Daten am eigenen Standort

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Hindernisse bei Recherche und Zugriff

63,9% der Befragten (319 Personen) stoßen bei der Recherche nach empirischen Daten auf Hindernisse.

Abbildung 28: Hindernisse bei Recherche nach empirischen Daten

Auf die Frage, welche Hindernisse dies seien (n=237, Mehrfachnennung möglich, 1,9 Nennungen pro Befragter), gaben insbesondere diejenigen, die zuvor bestätigten, regelmäßig empirische Daten im Rahmen der eigenen wissenschaftlichen Tätigkeit zu benötigen, diese aber selten/nie in einem ausreichenden Umfang zu erhalten, umfassende Rückmeldungen:

  • Kein/eingeschränkter Zugriff auf benötigte empirische Daten: 59,5% (141 Nennungen)
  • Download nicht oder nur teilweise möglich: 16,9% (40 Nennungen)
  • Anfallende Kosten/Paywall: 16% (38 Nennungen)
  • Fehlende Qualitätsstandards: 14,3% (34 Nennungen)
  • Fehlendes zentrales Recherche-/Nachweissystem für emp. Daten: 14,3% (34 Nennungen)
  • Unübersichtliche/verstreute Zugänge: 11,4% (27 Nennungen)
  • Umständliche Beschaffung: 10,5%, (25 Nennungen)
  • Auffindbarkeit von Daten: 9,3% (22 Nennungen)
  • Unzureichende Metadaten/Dokumentation: 8,9% (21 Nennungen)
  • Kompatibilität versch. Datenformate: 6,3% (15 Nennungen)
  • Eingeschränkte Nachnutzbarkeit der Daten: 5,5% (13 Nennungen)
  • Unvollständige Datensätze: 5,1% (12 Nennungen)
  • Datenschutz: 3,8% (9 Nennungen)
  • Fehlende Bereitschaft zur Datenbereitstellung: 3,0% (7 Nennungen)
  • Rohdaten nicht verfügbar, ausschließlich aufbereitete Daten: 2,1% (5 Nennungen)
  • Fehlende Speicheroption der Daten: 1,7% (4 Nennungen)
  • Qualitative Daten kaum verfügbar: 1,3% )3 Nennungen)

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Verknüpfung von Literatur-, Forschungs- und Personendaten

74,2% (371 Teilnehmer/innen) der Soziologinnen und Soziologen bewerteten die Möglichkeit der Darstellung von Verknüpfungen von Literatur-, Forschungs- und Personendaten (letzteres aus den FID-Nutzer/innen-Profilen) innerhalb der Suche bzw. Ergebnisanzeige des FID Soziologie als eher hilfreich/hilfreich. So könnten Nutzer/innen des FID Soziologie z.B. recherchieren, welche Veröffentlichung auf einem angezeigten Datensatz basieren oder mit welchen Datensätzen andere Kolleg/innen aus dem gleichen Forschungsbereich bisher gearbeitet haben.

Abbildung 29: Verknüpfung von Literatur-, Forschungs- und Personendaten innerhalb einer Such- bzw. einer Ergebnisanzeige

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Zufriedenheit Verfügbarkeit empirischer Daten

Gegen Ende der Befragung zu Recherche und Verfügbarkeit empirischer Daten zeigten sich 34% (170 Personen) der Befragten als unzufrieden bzw. eher unzufrieden mit der Verfügbarkeit empirischer Daten. Die Hälfte der Teilnehmer/innen  (50,6%, 253 Personen) war eher zufrieden, 9% (45 Personen) bewerteten die Versorgungslage am eigenen Standort als zufriedenstellend.

Abbildung 30: Zufriedenheit mit Verfügbarkeit empirischer Daten

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Zentrale Ergebnisse: Empirische Daten

Aspekt                 

Ergebnis

Informationsquelle

Neben Publikationen gelten empirische Daten als wesentliche Informationsquelle, Dreiviertel der Befragten benötigen regelmäßig empirische Daten für eigene wissenschaftliche Tätigkeit.

Art benötigter Daten

Sehr heterogene und vielseitige Datenarten, die sowohl nach konkreten Angeboten/Anbietern, Designs und inhaltlichen Aspekten aggregiert werden können. Über 800 Nennungen.

Recherche und Verfügbarkeit von empirischen Daten

Nutzung von Rechercheangeboten etablierter Anbieter bzw. akkreditierter Forschungsdatenzentren.

Über die Hälfte der Befragten ist eher unzufrieden bis unzufrieden mit der Verfügbarkeit empirischer Daten am eigenen Standort.

Hindernisse bei Recherche und Zugriff

Weit über die Hälfte der Befragten stößt bei der Recherche nach empirischen Daten auf Hindernisse

Vielschichtige Hindernisse wurden benannt, u. a. fehlt es am eigenen Standort an Zugriffsrechten, der Download und somit die Nutzung der Daten ist nicht möglich oder Daten sind so verstreut, dass sie aufgrund eines fehlenden zentralen Recherche- und Nachweissystems nicht gefunden werden.

Verknüpfung von Literatur-, Forschungs- und Personendaten

Wird von Dreiviertel der Befragten als hilfreich bewertet.

Zufriedenheit mit Verfügbarkeit empirischer Daten

Die Hälfte der Befragten bewertet die Verfügbarkeit als eher zufriedenstellend, etwas weniger sieht genau hier wesentliche Mängel.

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Übersicht der zentralen Ergebnisse



Literaturversorgung

Aspekt

Ergebnis

Bedarf spezifischer Medien

Neben Zeitschriften(artikeln), Monographien und Sammelbänden wird graue Literatur regelmäßig benötigt

Bereitstellung von eMedien/ Printmedien am eigenen Standort

Unzureichende Verfügbarkeit von Sammelbänden, Monographien und grauer Literatur für über die Hälfte der Befragten

Fernleihangebot

Arbeit mit und Beschaffung von Fernleihmedien mit konkreten Nachteilen verbunden

Anforderungen an eMedien

Vor allem Funktionen, die eine fließende Integration in den Arbeitsalltag ermöglichen, gelten als wesentliche Anforderungen

Desiderate forschungsrelevanter Fachliteratur

Nennung von 119 konkreten Desideraten, die weder am eigenen Standort noch per Fernleihe verfügbar sind

Hindernisse in der Literaturversorgung

Wesentliche Hindernisse:

  • Fehlende Verfügbarkeit digitaler, frei verfügbarer Volltexte
  • Paywall/fehlende Lizenzen
  • Komplizierter/umständlicher Zugang
  • Ausschließlich standortabhängiger Zugriff, kein Arbeiten von unterwegs möglich

Verfügbarkeit von Volltexten

Standortunabhängiger Zugriff auf Volltexte wird als hilfreich empfunden, aber nur unzureichend bereitgestellt

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Gemeinsames Publizieren

Ein Großteil der Befragten publiziert gemeinsam mit anderen. Zum gemeinsamen Verfassen von Dokumenten liegen ausreichend etablierte technische Lösungen vor, sodass die Mehrheit der Befragten mit der genutzten Methode zufrieden ist.

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Forschungsdatenmanagement

Aspekt

Ergebnis

Erfahrungen mit Forschungsdaten

Große Mehrheit der Befragten hat Erfahrungen mit eigenen Forschungsdaten, qualitative Daten werden häufiger erhoben als quantitative.

Bereitstellung von eigenen Forschungsdaten

Knapp die Hälfte der Befragten haben bereits eigene Daten für andere verfügbar gemacht.

Fast doppelt so viele der Befragten gaben an, dazu bereit zu sein ihre eigenen Forschungsdaten für Dritte bereitzustellen.

Datenarchive

Hauptsächlich genutzte Datenarchive sind von GESIS bereitgestellte Angebote sowie akkreditierte Forschungsdatenzentren.

Knapp ein Zehntel der Befragten ist mit dem/n bisher genutzten Datenservice/s unzufrieden.

Andere Archivierungsorte spielen weiterhin eine große Rolle.

Es besteht intensiver Informations- und Angebotsbedarf im Bereich der Forschungsdatenarchivierung. Gerade die Aspekte Rechte & Pflichten sowie Bewahren & Nachnutzen spielen eine große Rolle.

Hindernisse bei der Arbeit mit Forschungsdaten

Der Hauptanteil festgestellter Hindernisse lässt sich auf den bestehenden Informations- und Angebotsbedarf im Bereich der Forschungsdatenarchivierung zurückführen.

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Empirische Daten

Aspekt                 

Ergebnis

Informationsquelle

Neben Publikationen gelten empirische Daten als wesentliche Informationsquellen, Dreiviertel der Befragten benötigen regelmäßig empirische Daten für eigene wissenschaftliche Tätigkeit.

Art benötigter Daten

Sehr heterogene und vielseitige Datenarten, die sowohl nach konkreten Angeboten/Anbietern, Designs und inhaltlichen Aspekten aggregiert werden können. Über 800 Nennungen.

Recherche und Verfügbarkeit von empirischen Daten

Nutzung von Rechercheangeboten etablierter Anbieter bzw. akkreditierter Forschungsdatenzentren.

Über die Hälfte der Befragten ist eher unzufrieden bis unzufrieden mit der Verfügbarkeit empirischer Daten am eigenen Standort.

Hindernisse bei Recherche und Zugriff

Weit über die Hälfte der Befragten stößt bei der Recherche nach empirischen Daten auf Hindernisse.

Vielschichtige Hindernisse wurden benannt, u. a. fehlt es am eigenen Standort an Zugriffsrechten, der Download und somit die Nutzung der Daten ist nicht möglich oder Daten sind so verstreut, dass sie aufgrund eines fehlenden zentralen Recherche- und Nachweissystems nicht gefunden werden.

Verknüpfung von Literatur-, Forschungs- und Personendaten

Wird von Dreiviertel der Befragten als hilfreich bewertet.

Zufriedenheit mit Verfügbarkeit empirischer Daten

Die Hälfte der Befragten bewertet die Verfügbarkeit als eher zufriedenstellend, etwas weniger sieht genau hier wesentliche Mängel.

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Literaturverzeichnis


Berger-Grabner, D. (2016): Wissenschaftliches Arbeiten in den Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. 3. Auflage. Springer Gabler: Wiesbaden

Esser, H. (1999): Soziologie. Allgemeine Grundlagen. 3. Auflage, Campus Verlag: Frankfurt/Main.

Martin, C. L.(2013): Wissenschaftliche Bibliotheken als Akteure im Forschungsdatenmanagement. In: LIBREAS.Library Ideas. Band 2013, Nr.23, urn:nbn:de:kobv:11-100212663 (Aufgerufen am 23.04.2018)

Schnell, Rainer/Hill, Paul B./Esser, Elke (1999): Methoden der empirischen Sozialforschung.6., völlig überarbeitete u. erweiterte Auflage. München u.a.: Oldenbourg Verlag.

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